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Elberadweg Wittenberg Torgau Drucken
Geschrieben von Mike Nöbel   
Tourbericht vom 04.06.05: Elbradweg (Lutherstadt Wittenberg-Torgau)

IM000269_k.jpg Haben Sie sich früher, als Sie noch kindwüchsig waren und Samstagabend in trauter Familienrunde bei der ARD in der ersten(?) Reihe saßen auch immer maßlos darüber geärgert, dass Showgrößen wie Fuchsberger, Kulenkampf oder Kurt Felix ihre Sendezeiten meistens überzogen und das Wort zum Sonntag dann viel zu spät gezeigt wurde? Ja, ich gestehe, auch ich gehörte dazu aber nach dem Studium der folgenden Zeilen werden Sie gewiss zu der Überzeugung gelangen, dass man bei manchen Veranstaltungen gar nicht anders kann. Treff am 4. Juni war diesmal Gleis 13 (brachte aber kein Unglück) im Leipziger Hauptbahnhof. In kleiner Gruppe (nur 6 Teilnehmer) setzten wir uns kurz nach Zehn per Zug Richtung Lutherstadt Wittenberg in Bewegung.
In Delitzsch erwarteten wir Verstärkung, aber der dortige Teilnehmer brachte offenbar vor lauter Begeisterung erst gar kein Bein in den Zug. Davon unbeeindruckt gab es dann zunächst ein zünftiges Sektfrühstück, denn schließlich hatten wir noch ein Geburtstagskind (frische 35geworden) in unseren Reihen. Gut beschwingt gelang der Ausstieg in Pratau (km 0) problemlos. Nach Passage der Elbebrücke (von der man übrigens einen tollen Rundblick hat) ging es zunächst auf kleine Stadtrundfahrt durch Lutherstadt Wittenberg. Wenn Sie mal diese Stadt besuchen wollen empfehle ich eine Besichtigung von Stadt- sowie Schlosskirche. Es lohnt sich auf jeden Fall. Sehenswert auch die Altstadt, durch welche der gut ausgeschilderte Elberadweg direkt hindurchführt.

Hinter Lutherstadt Wittenberg führte die Tour dann geradewegs in die Elbaue mit ganz beeindruckenden Landschaftsausblicken. Da es nun schon beste Mittagszeit war, entschlossen wir uns in Gallin (km 13,0) zur Pause in einen Landgasthof direkt am Fluss. Nach einen guten Essen waren die nächsten Kilometer nun kein Problem.Sehr erwähnenswert auch das Städtchen Elster. Hier verläuft der Weg sehr flussnah und durch allerlei liebevoll gestaltete Hinterhofgärten. In Gorsdorf überquerten wir dann die Schwarze Elster und weiter ging es in Richtung Pretzsch.Wenn Sie in Pretzsch (km 36,5) nicht durch die Elbe schwimmen wollen, (solche Verrückte soll es ja auch geben) empfehle ich die Investition von 1 Euronen für die Fähre über den Fluß. Inzwischen hatte sich bei einigen das Kaffeetrinkergen gemeldet und somit nutzten wir für unsere Rast das gleich in der Nähe liegende Fährhaus. Falls Sie dieses Lokal mal besuchen studieren Sie dortige Fotogalerie und lauschen den Ausführungen des Wirtes zur Jahrtausendflut. Es ist wirklich beeindruckend. Frisch gestärkt radelten wir dann weiter nach Dommitzsch. Mittlerweile war nur die Zeit soweit fortgeschritten, dass die avisierte Abfahrtzeit des Zuges (18.11 Uhr in Torgau) unmöglich zu schaffen war. Dazu hätte es einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h bedurft, was technisch zwar machbar, dem aber auch Ermüdungstendenzen einzelner Teilnehmer gegenüberstanden. Da gegenseitige Rücksichtnahme das oberste Gebot sein sollte, trudelten wir erst kurz nach 19 Uhr am Torgauer Schloß Hartenfels (km 69,0) ein.

Nunmehr befreit von allen zeitlichen Zwängen entschlossen wir uns, den Abend ordentlich abzurunden und fuhren kurzerhand weiter an den Großen Teich. Das ist ein Gewässer am südlichen Stadtrand von Torgau und (logischerweise) gibt es da auch ein sehr empfehlenswertes Lokal von dem man einen ganz tollen Seeblick hat. Da wir aber auch den Fahrplan der Bahn AG im Blick hatten, standen wir kurz nach 21 Uhr zum Antritt der Heimfahrt auf dem Torgauer Bahnhof (km 75,0). Bis zur Ankunft in Leipzig war dann aber genug Zeit nochmals kräftig auf das zukünftige Wohl von Birgit (unsere frische 35jährige) anzustoßen. Kurz vor zehn trafen wir dann ziemlich fröhlich wieder auf dem Hauptbahnhof ein, von wo es dann per S-Bahn (zum Radfahren hatte nach den reichhaltigen Eindrücken des Tages keiner mehr große Lust) direkt nach Hause ging. An dieser Stelle abschließend noch ein besonderes Lob an Ute, welche (obwohl nur Gelegenheitsradfahrerin) auf dieser Tour mit wahrer Kämpfernatur ganz toll mitgehalten hat.


  1. Teilnehmer: 6 Pers. (4x weibl. 2x männl.)
  2. Zeit: 10-22.00 Uhr
  3. Länge: ca. 75km
  4. Wetter: locker bewölkt bis heiter, viele sonnige Abschnitte, starker Westwind, 20 Grad
  5. Profil: durchgängig eben, keine längeren Anstiege


erstellt von Mike Nöbel
 
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